VORSCHAU

Was passiert 2010?

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Peter Schwaighofer “Die ewige Stadt”

25.3. bis 17.4.

Ausgangspunkt für die neue Werkserie von Peter Schwaighofer ist ein Reiseführer über Rom aus den 70ziger Jahren. Brauchte er diesen doch während eines mehrmonatigen Atelieraufenthalts in der Nähe von Rom um sich in der „ewigen Stadt“ zurechtzufinden. Daraus entwickelte der Künstler eine Bilderserie, die die Wahrzeichen Roms in neuen Aspekten zeigt. Die Bilder, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden, setzen römische Sehenswürdigkeiten kontrapunktisch in neue Zusammenhänge und eröffnen auch dem „Romkenner“ neue Einblicke.

Johannes Domenig – “Bedwhisper”

22.4. bis 15.5.

Die künstlerische Arbeit von Johannes Domenig hat viel mit Ordnen zu tun, in seinen Skulpturen und Objekten nutzt er in vielen Phasen der Werkentstehung und – Präsentation Ordnungsprinzipien wie Farben, Formen oder Funktion und Bedeutung von Gegenständen – andererseits schafft sich der Künstler mit konkreten Objekt- und Bildüberlegungen sowie Installationen Rahmenbedingungen für Anordnungen von Gegenständen, die er durch Farben und Formen selbst einem Transformationsprozess unterwerfen kann. Seine Werke verstehen sich als eine Versuchsanordnung, die sich in ihren Inhalten selbst definiert und gleichzeitig überprüft. Ein weiterer zentraler Aspekt im künstlerischen Schaffen von Domenig ist die „Andacht“ sowohl auf sakraler als auch profaner Ebene.

Nach 1993 ist dies die zweite Einzelpräsentation des Absolventen der Fachschule für Holz und Steinbildhauerei in Hallein.

Der Tennengauer Kunstkreis bemüht sich Künstler immer wieder zu präsentieren um ihre künstlerische Entwicklung zeigen zu können.

Mischa Reska und Dieter Kleinpeter – “vermischt, die malerei”

20.5. bis 12.6.

 

In loser Reihenfolge stellt der kunstraum pro arte immer wieder die Arbeiten von Künstlerpaaren aus. Meist sind dies Premieren weil die Paare sich künstlerisch nicht „vermischen“ wollen.

Nun fällt die Wahl auf Mischa Reska und Dieter Kleinpeter.

Gezeigt werden Arbeiten auf Leinwand und Papier.

Beide malen aus Leidenschaft – Beobachtungen aus ihrem alltäglichen Umfeld oder Ausnahmesituationen wie Urlaube bieten ihnen vielfältigen Anreiz für eine künstlerische Auseinandersetzung. Durch das „Vermischen“ bzw. Gegenüberstellen ergeben sich bis jetzt unentdeckte Gemeinsamkeiten oder Gegensätze.

Reinhart Mlineritsch – “Stadt. Land. Fluss”

17.6 bis 10.7.

Es liegt im Wesen der Fotografie, dass sie den abgebildeten Ausschnitt der Welt isoliert, ihn aus dem Zusammenhang einer Landschaft, eines architektonischen Ensembles, eines Ereignisses reißt. So auch im Fall der Fotografien von Reinhart Mlineritsch. Zum zweiten Mal präsentiert der kunstraum pro arte seine Fotografien der Stadt und der Umgebung. Nun in den neuen Räumen sind auch Großformate möglich, die die unglaubliche Genauigkeit und Präzision der Schwarzweißfotografien verdeutlichen. Der von Mlineritsch gefundene Ausschnitt wir dem Betrachter in einem Rahmen und ohne Zusammenhang präsentiert und so manche bekannte Perspektive wird durch den Ausschnitt “neu und anders”. Der Blick auf das Alltägliche und Immerwährende verstellt oft den Blick auf deren Schönheit und Einzigartigkeit. Architektonisch irrelevante Hallen werden durch die Linse von Mlineritsch zu ästhetischen Tempeln des Lichtes.

Mlineritsch ist ständig auf der Suche nach Strukturen in Gebäuden, Städten und Landschaften – der Mensch als Gestalter des Raumes, aber nicht als Protagonist einer fotografischen Situation. Wer glaubt die Stadt Hallein zu kennen, wird hier neue Blickwinkel finden!

Web: www.mlineritsch.com, www.fotohof.or.at

(Anmerkung: Aufgrund von Terminschwierigkeiten kann die Ausstellung, die für 2009 konzipiert war, erst 2010 gezeigt werden)

Destiny Deacon – “It’s playblak time: a neighbourhood watch in several acts”

21.7. – 28.8.

Auch unter der neuen Leitung der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg zeigt der Tennengauer Kunstkreis in Kooperation eine dort lehrende Künstlerin.

Destiny Deacon ist Autorin, Schauspielerin, Fotografin, Performancekünstlerin, gestaltet Rundfunk- und Fernsehsendungen und ist politische Aktivistin. Sie war 2002 auf der Documenta in Kassel vertreten und stellte u.a. 2005 gemeinsam mit Lisl Ponger im Salzburger Kunstverein aus. In Europa wurde sie vor allem als Fotografin bekannt.

Deacons Arbeiten umkreisen die Lebenswelt indigener australischer Frauen und den damit verbundenen Sexismus, die Auswirkungen des Kolonialismus – Diskriminierung, Armut und die kommerziellen und medialen Bilder, die von australischen UreinwohnerInnen existieren. Ausgangspunkt von Destiny Deacons Bilderwelt ist ihre eigene Umgebung, ihre eigenen Erfahrungen, ihr Umfeld, ihr Haus, der Hinterhof oder ihre FreundInnen. Herausragende Kennzeichen der Arbeiten sind Ironie, Witz und beißender Sarkasmus gebrochen mit Melancholie, Traurigkeit und Poesie.

Diese Ausstellung, die neuere Fotografien und Videos der Künstlerin umfasst, nimmt, wie der Titel andeutet, Alfred Hitchcocks Film Fenster zum Hof zum Ausgangspunkt einer „Kriminalstory“, die in der Umgebung Deacons angesiedelt ist.

Destiny Deacon (1957) ist als Angehörige der K’ua K’ua und Erub/Mer in Maryborough/ Queensland geboren und lebt heute in Melbourne. Sie studierte Politikwissenschaften an der University of Melbourne (1979) und Pädagogik an der La Trobe University (1981). Deacon war seit 1990 weltweit in über 100 Ausstellungen vertreten (z.B. in Australien, Neuseeland, Nouméa, England, Italien, Österreich und Japan). –  Ausstellungen: 2000 & 2008 Biennale von Sydney. 2007 Culture Warriors: National Indigenous Art Triennia, National Gallery of Australia, Canberra. 2002 Documenta 11, Kassel.

 

Kooperation mit Schmiede Hallein (September)

Zum 5. Mal startet der Tennengauer Kunstkreis mit der Schmiede eine gemeinsames Projekt bzw. eine gemeinsame Präsentation. Die Schau Sarugaku (2009) erwies sich als großer Erfolg, vor allem jugendliche Besucher waren durch die Kombination von Malerei mit Videos und Installationen angesprochen. Das Konzept für 2010 wird derzeit erarbeitet und verspricht ebenso spannend zu werden wie in den vergangenen Jahren.

Web: www.schmiede.ca

CAMP! (21.10. – 20.11.)

Taste has no system and no proofs. Susan Sontag

In Zusammenarbeit mit dem kunstraum pro arte Hallein kuratiert das periscope-Team eine Ausstellung zum Thema Camp. 6 KünstlerInnen werden Arbeiten zum Thema zeigen, bzw. für diese Ausstellung konzipieren. Die doppelte Bedeutung des Wortes, einmal im Sinn von (Zelt)Lager, ein andermal im Sinn von Übertreibung und Schwulst, erscheint dabei als spannender Ausgangspunkt.

Die Idee ist es, ein Camp zu errichten, das den Fokus auf die im englischen Sprachraum doppelte Verwendung des Begriffs richtet. Die Ausstellung begleitet ein Rahmenprogramm von drei Lectures, die dem Begriff Camp* nachspüren.

ZIEL der Ausstellung ist es

- Mehrdeutigkeiten zwischen Trivialität und Tiefgang nachzuspüren

- eine Reflexion über  “guten” vs. “schlechten” Geschmack auszulösen

- Normalität oder Exaltierheit als zwei Lesearten vorzustellen

- die Einstellung des Betrachters / der Betrachterin als  Wertesystem sichtbar zu machen

*Campy (anrührend, schwülstig, tuntenhaft, altmodisch, kitschig) nennt man im englischen Sprachraum eine ästhetische Sensibilität, in der etwas gerade wegen seines schlechten Geschmacks und der ironischen Betrachtungsweise darauf gefällt. Theatralik, Leidenschaftlichkeit, Verspieltheit und Ironie sind wesentliche Merkmale. Dabei will Camp-Ironie die erwählten Gegenstände, Personen und Kunstwerke nie nur vorführen oder der Lächerlichkeit preisgeben. Oft gehören die als campy erlebten Werke der Trivial- oder Populärkultur an. Sie werden dann allerdings nicht nur zur Zerstreuung konsumiert, sondern erfahren im Kult um sie eine Aufwertung. Der Camp-Begriff steht in gewisser Nahbeziehung zu Travestie und historischer Nostalgie (Retrowelle).

Die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag hat in den sechziger Jahren den Begriff wesentlich mitgeprägt: Camp(y) ist in ihrem Sinn eine stilistisch über-pointierte Art der Wahrnehmung von  unterschiedlichen kulturellen Produkten (Film, Musik, Literatur, Bildende Kunst, Mode, Schminke etc.). Besonders gern werden Werke und Personen als campy wahrgenommen, die einen zeitlosen (Arche)Typus verkörpern wollten („die Frau“, „die Schönheit“, „das Biest“) und dabei mehr oder minder grandios scheiterten.

Die Auswahl der Künstler ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

Marianne Lang – Malerei und Videoinstallation (November-Dezember)

„But where is Marianne“

Marianne Lang beschäftig sich mit unterschiedlichen Architektur-Phänomenen, vorwiegend mittels Zeichnung, Malerei, Plastik und Video. Sie geht dabei weniger von empirischen Wahrnehmungsebene aus, sondern untersucht vielmehr Realitätszustände bzw. den subjektiven Intensitätsgrad von Wirklichkeit ihrer gebauten Umgebung, analysiert werden vorwiegend Appartements, Galerien und computergenerierte Raumsimulationen.

(Johannes Kubin über M. Lang)

Die Künstlerin erarbeitet für die Ausstellung in Hallein ein spezielles, raumbezogenes Konzept.

Web: www.mariannelang.at