GESCHICHTE

1979 war der Gollinger Bildhauer Josef Zenzmaier gemeinsam mit seinem Kollegen Bernhard Prähauser Gründer dieser Vereinigung bildender Künstler und gab ihr den Namen der Region, die dieses Forum abdecken sollte. Vier Jahrzehnte später hat sich das ursprüngliche Aufgabenfeld gewandelt, der Blick nach außen, über die Grenzen, wurde ein wichtiger Aspekt; der Kontakt zu „nicht-im-Tennengau“ lebenden Künstlern erweiterte den Horizont und die gemeinsame Präsentation überregionaler und international bekannter Künstler ist nunmehr ebenso wichtig geworden wie die Förderung lokaler Kunstschaffender.

Von großer Bedeutung für das Selbstverständnis ist dabei vor allem die Förderung junger Künstler, denen mit Ausstellungsmöglichkeiten in der eigenen Galerie ein Podium und Publizität gegeben wird. Das ursprüngliche Veranstaltungszentrum waren Räume im früheren Gasthof „Grüner Baum“ in Hallein, wo mit Ausstellungen, Vorträgen, mit Musik und Diskussionen, aber auch mit städtebaulicher Beschäftigung mit der Halleiner Altstadt sowie mit dem bis heute organisierteren Aktzeichenkurs unter Leitung von Josef Zenzmaier ein Freiraum  der Begegnung geschaffen wurde.

Ende der 80er Jahre bot Bernhard Prähauser die Räume seiner Werkstatt am Molnarplatz, die er unter der Bezeichnung „Galerie Pro Arte“ auch als  Ausstellungsort benutzte, dem Tennengauer Kunstkreis als eigenes Veranstaltungslokal an: Diese fünf Räume der Galerie Pro Arte mit dem anschließenden Garten und dem davor liegenden Molnarplatz im städtischen Gefüge des historischen Stadtzentrums waren Präsentationsort von Ausstellungen, Lesungen, Vorträgen und gleichzeitig Büro und Treffpunkt für alle Mitglieder der Vereinigung.

1989 organisierte sich der Verein neu, nachdem Zenzmaier seine leitende Tätigkeit an den in Hallein lebenden Künstler Peter Hartl übertragen hatte. Neue Impulse in puncto Programmgestaltung, Förderung regionalen Potentials und Aufwertung der Ausstellungstätigkeit auch im kultur- und gesellschaftspolitischen Umfeld der Region erfuhr der Tennengauer Kunstkreis, nachdem im Jahr 1991 Helga Besl die Leitung übernommen hatte. Es folgte in mehrjährigen Etappen und in Absprache und Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt die Umgestaltung und Modernisierung der historischen Räume in der Galerie.

Der sich im Erdgeschoss eines hinsichtlich seiner ursprünglichen Funktion als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer auch historisch interessanten Gebäude befindende nunmehrige zentrale Veranstaltungsraum des Tennengauer Kunstkreises bot mit seiner kleinräumig strukturierten Ausstellungsfläche in etwa acht Ausstellungen pro Jahr Künstlern  eine konzentrierte Präsentationsfläche für graphische Arbeiten, Fotografien und Malerei. Aber auch dreidimensionalen Werken wurde hier ein Podium gewährt. – Und schließlich konnte eine 1995 begonnene Partnerschaft zur Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst Salzburg geknüpft werden, wodurch zahlreiche international bekannte Künstler wie z. B. Nancy Spero und Leon Golub, Geoffrey Hendricks, Hella Berent, Susanne Tunn oder Rivka Rinn in der Galerie ausstellten.

Nach der Kündigung des Mietvertrags für die Galerieräume am Molnarplatz durch den aus dem Lungau zurückgekehrten Bernhard Prähauser folgte 2007 ein einjähriges „heimatloses“ Intermezzo, das der Verein mit Ausstellungskooperationen überbrückte.

Gleichzeitig wurde nach einem neuen Ausstellungslokal gesucht. Dieser Prozess wurde im Frühsommer 2008 abgeschlossen und die Stadtgemeinde Hallein stellte dem Tennengauer Kunstkreis neue Räumlichkeiten in den renovierten Gebäuden des zentralen Stadtplatzes zur Verfügung: bei der Benennung des neuen Veranstaltungslokals sollte durch die Übernahme des Namensteils „pro arte“ konzeptionelle Kontinuität zum bisherigen Programm betont und durch die Voransetzung von „kunstraum“ ein räumlicher Neubeginn signalisiert werden sollte. kunstraum pro arte soll überdies für die Offenheit des Vereinslokals auch für Veranstaltungen abseits des Galeriebetriebs stehen.