Tina Graf, Nathalie Irene Unteregger: Missverständnisse machen Missverhältnisse // Zeitgenössische Zeichnung #7

Wie lassen sich „zeitgenössische Zeichnungen“ missverstehen?

Der Rahmen der im Jahr 2015 begonnenen Serie der Präsentation „Zeitgenössischer Zeichnung“ wird im Jahr 2021 gesprengt. Unter dem Ausstellungstitel „Missverständnisse machen Missverhältnisse“ weisen die Künstlerinnen Nathalie Irene Unteregger und Tina Graf gezielt darauf hin, an Blickwinkeln zu rütteln, Kategoriebildungen zu hinterfragen, um spezifischen Denkweisen ein Ende zu setzen und in der Auflösung neu zu betrachten. Klare Unzuordenbarkeit trifft auf unklare Zugehörigkeit – so wird der Begriff „Zeitgenössische Zeichnung“ individuell verstanden und neu definiert.

Zeichnen wird als eine Möglichkeit des Denkens verstanden. Eine Linie zu ziehen, bedeutet eine Geschichte zu erzählen. Die zeichnerischen Denkweisen zeigen sich durch das Einsetzen verschiedener Materialien und Techniken. Es wird bewusst darauf verzichtet, Zeichnungen im „klassischen Sinne“ mit Bleistift oder Buntstift auf Papier anzufertigen.

Im Laufe des mehrmonatigen Prozesses wurden neue Möglichkeiten erprobt, um den Begriff der „zeitgenössischen Zeichnung“ zu erweitern. So ritzt beispielsweise Tina Graf mit einer Bohrmaschine auf Aluminium und erschafft Radierungen oder verwandelt eine Serie „klassischer Federzeichnungen“ in verlorene Linolschnitte. Ein Kunstbuch aus Druckgrafiken „A Cyclist’s Alphabet“ entsteht. Nathalie Unteregger hingegen erstellte etwa ein Drahtgewebe auf einem Webstuhl und eine dreidimensionale Zeichnung, die im Raum schwebt, wird sichtbar oder sie verwendet Wasser, um Linien zu erzeugen.

Die Frage, ob und wie Missverständnisse in Missverhältnisse münden können, zieht sich thematisch durch die Ausstellung. Es wird dazu eingeladen, den Gedankenstrichen zu folgen und die Grenzen des Wahrgenommenen zu erweitern. Was kann eine „zeitgenössische Zeichnung“ alles sein?

 

Begleitender Text zur Ausstellung von Martina Pohn: 

Missverständnisse machen Missverhältnisse_Martina Pohn

 

Stille Eröffnung: Samstag, 20. März 2021 von 10:00 bis 14:00 Uhr

 

Dauer der Ausstellung: 20. März bis 24. April 2021


Infos Coronavirus:
Es gelten die jeweils aktuellen, von der Bundesregierung vorgegebenen Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus.

Für den Besuch der Ausstellung gilt FFP2-Maskenpflicht sowie das Einhalten des Mindestabstands von 2 Meter. 

Die Ausstellung ist ohne Anmeldung zugänglich.

 

 

 

Bildnachweis des Titelbildes: © Tina Graf, Nathalie Irene Unteregger

 

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