Entropie Supplement Sufferfest (with a poster by Albert Allgaier)//PETER FRITZENWALLNER
Ausgehend von Joseph Beuys’ Behauptung, jeder Mensch sei ein Künstler, untersucht die Ausstellung eine Gegenwart, in der diese Prophezeiung auf paradoxe Weise Wirklichkeit geworden ist. Nicht als Befreiung, sondern als stilles Regime der Bildproduktion.
Was einst gesellschaftliche Utopie war, hat sich in die Intimsphäre des Körpers verschoben. Mode, Popkultur und vor allem soziale Medien haben das Selbst zur Oberfläche gemacht – zu einem permanent sendenden, optimierenden Bild. Unsere Körper werden zu Parametern globaler Bildmaschinen, gesteuert durch Likes, Herzen und algorithmische Feedbackschleifen. Kreativität erscheint allgegenwärtig – und zugleich fremdbestimmt.
Im Zentrum stehen Hobbys, sportliche Leidenschaften und Formen der Selbstoptimierung: Supplemente, Tracking-Geräte, Funktionskleidung. Was als persönliche Begeisterung beginnt, gerät in den Sog permanenter Vergleichbarkeit. Leidenschaft droht zur Leistung zu werden, Hingabe zur Selbstdarstellung.
Die Arbeit reflektiert diese Verschiebung – zwischen Autonomie und Anpassung, zwischen Körper und Bild, zwischen echter Begeisterung und digitaler Erschöpfung. Sie plädiert für eine Rückbesinnung auf das unmittelbare Erleben: tun, fühlen, erfahren – jenseits der Bildmaschinen.
Denn vielleicht sind Künstler:innen nicht mehr – aber auch nicht weniger – als Menschen mit einer ernsthaften Leidenschaft.
Eröffnung Freitag 13.3 2026 19 Uhr
Live Performance 14.3.2026 11 Uhr
Dauer der Ausstellung:
14. März bis 25. April 2026
Öffnungszeiten:
Do – Fr 16:00 – 19:00, Sa 10:00 – 13:00 und nach Vereinbarung, So bis Mi sowie an Feiertagen geschlossen
Bildrechte: Peter Fritzenwllner