Nach 2006, wo sie noch in unserer alten Galerie die Ausstellung Weidetiere zeigte, war sie 2016 gemeinsam mit Renate Egger in der Ausstellung Erfahrungen – Zeitgenössische Zeichnung #2 mit ihren Arbeiten vertreten. 2025 nimmt sie an. der Gruppenausstellung „Grenzen“ teil.
Ingrid Schreyer
Geboren 1973 in Bad Aussee, aufgewachsen im steirischen Ennstal, einer Transit- und Naturlandschaft; Lehramtsstudium in Salzburg in Salzburg. Neben mehreren Auslandsaufenthalten war Schreyer auch einige Sommer in der Almwirtschaft tätig. – Ausstellungsbeteiligungen u.a. Salzburger Kunstverein (1998, 2004), Palais Liechtenstein, Feldkirch und Wittgensteinhaus, Wien (2001), Galerie der Stadt Salzburg (2003), Landesmuseum Joanneum, Trautenfels (2004/05), Deutschvilla, Strobl (2005) und in Zusammenarbeit mit Galerie Altnöder, Salzburg (2006) Einzelausstellungen u.a. Galerie der Stadt Salzburg (2000), Kunstmagazin Hell, Bruck/M. (2002), Galerie Eboran, Salzburg (2003), Traklhaus, mit Thomas Bretl, Salzburg (2005)
Ingrid Schreyers Motive für ihre Malereien und grafischen Arbeiten entstammen fast ausnahmslos der sie umgebenden Natur: War für der in Salzburg lebenden Malerin, die eine Zeit lang auf der Alm arbeitete, lange die Beschäftigung mit Motiven aus dem Tierreich charakteristisch, so beschäftigt sie sich seit einigen Jahren mit floralen Formen wie der Struktur von werdenden und vergehenden Pflanzen, deren Eindrücke sie von ihren Spaziergängen ins Atelier mitbringt und dort umsetzt.
Mit zwei verschiedenen Zeichnungen möchte ich auf die Frage Was willst du Freund:in, an den Grenzen (der Realität)? künstlerisch antworten und würde mich sehr freuen, wenn ich damit meinen Beitrag zur so virulenten Debatte über Segmentierung/Echokammern/ Parallelgesellschaften leisten könnte und dem Verfestigen von Standpunkten sowie dem Beharren auf alternativen Fakten eine fluidere und empathischere Lesart von Wirklichkeit entgegensetzen könnte.
Die erste Arbeit „Schwarzsehen unerwünscht“ bezieht sich ganz unmittelbar auf die Fragestellung der Ausschreibung und thematisiert das Konfliktpotential der Klima-und Biodiversitätskrise zwischen Verdrängung, Abwehr, Coping- und Renaturierungsstrategien. Die widersprüchlichen Emoticons der Hintergründe spielen zum einen auf die Diffamierung einer besorgten, umweltsensiblen Minderheit durch die Mehrheitsgesellschaft an – Stichwort: „Klimahysterie“. Zum anderen spreche ich hier aber auch intrapersonelle Grabenkämpfe zwischen notwendigem Optimismus und berechtigter Trauer und Sorge um die Zukunft des Planeten an. Amphibien scheinen mir ihrer Doppelnatur zum Trotz in besonderer Weise geeignet, die Verletzlichkeit von Lebensräumen auszudrücken.
Die zweite Arbeit handelt in einem tieferen Sinn vom überholten Konzept einer Grenze zwischen Mensch und Natur, indem diese Bäume sich Menschgemachtes einverleibt haben und als solchermaßen hybride Gestalten paradoxerweise genau dadurch eine Grenze markieren.