„Zeiten der Ohnmacht“

mit Arbeiten von Claire Angelini (FR), Monika Anselment (DE), Antonia Bisig (CH), Dragana Branković (RS), Christine Bruckbauer und Patricia K. Triki (AT|TN), Wojciech Cieśniewski (PL), Carlos Correia (PT), Selim Gribaa (TN), Federico Guzmán (ES), Alfredo Igualador (ES), Peter Hauenschild (AT), Sofía Jack (ES), Annie Kurkdjian (LB), Hela Lamine (TN), Yasemin Nur (TR), Gisele Ribeiro (BR), Simeón Saiz Ruiz (ES), Belén Sánchez Albarrán (ES), Rafael Sánchez-Mateos Paniagua (ES), Marek Szymański (PL), Wolfgang Wirth (AT)

Nachdenken über Bilder, Geschichten und Nachrichten sechs Jahre nach den arabischen Aufständen. Die Ausstellung geht der Frage nach, was übrig ist, von der damaligen Aufbruchstimmung. Die politischen Ereignisse haben sich in eine andere Richtung entwickelt als erhofft. Eine Gruppe von 22 Künstlerinnen und Künstlern hat die aktuellen Entwicklungen in ihre künstlerischen Arbeiten verhandelt. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung werden nun im kunstraum pro arte gezeigt. Die Ausstellung war zuvor in den Kunsträumen AlCultura in Algeciras, Spanien, und CentroCentro in Madrid zu sehen.

 

Während der arabischen Aufstände gab es in den Medien viele Bilder von Gesichtern. Die Menschen wurden als Individuen gezeigt: lachend und hoffnungsfroh, oder wie im Fall von Mohammed Bouazizi als Opfer mit einem Namen. Schon bald nach dem Sturz von Mubarak verloren die Medien das Interesse an den einzelnen Menschen. Keine Notwendigkeit mehr zur Identifikation. Kein Romantizismus mehr … nur noch harte Realität, zu komplex, um sie ganz zu begreifen. Die persönliche, emotionale Seite wurde unsichtbar. Die Nachrichten und Reportagen aus den arabischen Ländern unterschieden sich nicht mehr von anderen Nachrichten.

Mit der Ankunft hunderttausender syrischer Flüchtlinge in Europa änderte sich die gesamtpolitische Lage und damit auch die medialen Bilder.

Angesichts dieser veränderten Gegebenheiten mussten sich die KünstlerInnen neuen Fragen stellen.

Diese formale und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist jeder Künstler und jede Künstlerin auf ganz eigene Weise angegangen. Entstanden ist in der Folge ein breites Spektrum an Arbeiten; manche der Ansätze sind dokumentarisch, manche analytisch, abstrakt, andere ironisch, subtil humorvoll oder poetisch, einfühlsam und betroffen. In der Ausstellung verbinden sie sich zu einer facetten- und bezugsreichen Einheit.

Monika Anselment, Juli 2017

 

 

Eröffnung: 13. Juli, 19:30 Uhr

Veranstaltungen:

Sa 15. Juli, 11:00 Uhr, KünstlerInnengespräch bei Kaffee & Croissants

Sa 29. Juli, 11:00 Uhr, Performative Installation im öffentlichen Raum

mit Christine Bruckbauer und Patricia K.Triki, Treffpunkt: kunstraum pro arte

Dauer der Ausstellung: 14. Juli bis 26. August 2017

Monika Supé – ZEITWERK

Die Arbeiten von Monika Supé haben eines gemeinsam: sie zeugen von menschlicher Tätigkeit, egal, ob es sich dabei um Zeichnungen, Objekte oder Installationen handelt. Meist sind sie in repetitiver Vorgehensweise gefertigt und zeigen auch als Objekte einen linienhaften Duktus, denn sie bestehen vorwiegend aus Materialien, wie Draht oder Faden, welche wiederum gebogen oder verknotet, vernäht oder verhäkelt werden. Einige der Arbeiten bestehen aus fortlaufend linienartigen Strukturen. Diese zeichnen gewissermaßen den Zeitverlauf während der Entstehung nach, den der Betrachter mit dem Auge nachvollziehen kann. Manche der Arbeiten entstehen nach festgelegten Gestaltungsregeln, andere über festgelegte handwerkliche Tätigkeiten und wieder andere in einem vorher festgelegten Zeitrahmen. Die künstlerische Tätigkeit rückt so in die Nähe täglich immer wiederkehrender Arbeitsprozesse. Manche dieser Herstellungsprozesse muten absurd an, manche sind zeitaufwendig oder in gewisser Weise monoton und hinterfragen so die Sinnhaftigkeit menschlicher Arbeit an sich.

 

Eröffnung:  Donnerstag 13. April 2017, 19:30 Uhr
Zur Ausstellung spricht Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum

 

Do 20. April, 18:00 Uhr
Ausstellungsgespräch bei Wein & Bier

Fr 26. Mai, 18:00 Uhr
Finissage mit Dialogführung

Dauer der Ausstellung:
14. April bis 26. Mai 2017

Franz Bergmüller – BILD RAUM SCHNITT

Die Fotografie ist das wesentliche Medium, der Ausgangspunkt und das Material der künstlerischen Arbeit von Franz Bergmüller. Sie dient allerdings nicht der dokumentarischen Aufzeichnung und bleibt auch meist nicht in einer zweidimensionalen Form. Vielmehr ist das fotografische Abbild der Auslöser für eine Weiterarbeit hin zu fotografischen Objekten und raumgreifenden Installationen: durch Eingriffe in die Bildstruktur und Veränderung des Bildmaterials – wie z.B. das Aufschneiden der Oberfläche oder den Einbau mechanischer Apparaturen und elektronischer Steuerungen.

o. T., 2015

Für die Ausstellung im kunstraum pro arte werden bereits vorhandene Arbeiten mit aktuellen – für die Ausstellung geschaffenen fotografischen Objekten – zu einer raumgreifenden Inszenierung in Beziehung gesetzt. Ähnlich einer Ateliersituation soll der prozesshafte und offene Charakter der künstlerischen Arbeit in der Ausstellung verdeutlicht werden. Inhaltlich setzen sich die Arbeiten einerseits mit dem Medium der Fotografie selbst auseinander und mit den darauf bezogenen Fragen der Bildwahrnehmung, der Bildrealität und des Bildmaterials. Andererseits sind die Beschäftigung mit den philosophischen Begriffen der Zeit und der Vergänglichkeit und die Positionierung der eigenen Person im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenraum und im gesellschaftlichen Kontext immer wiederkehrende Themen der künstlerischen Auseinandersetzung.

Ateliersituation, 2016

 

Eröffnung am Donnerstag 23. Februar 2017 um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte.
Zur Ausstellung spricht Hildegard Fraueneder

Finissage: Freitag 31. März, 19:00 Uhr

Dauer der Ausstellung: 24. Februar bis 31. März 2017