Artist statement
Ich fertige sorgfältig Zeichnungen an, schneide sie aus und nähe oder klebe sie zu einem Bild zusammen. Bei der Arbeit „tägliche Übung“ strecken sich die Personen gegen die einschränkende Linie, dehnen und verschieben sie. So wie wir im Alltag immer wieder an Grenzen stoßen und sie erweitern.
Das mit goldenem Garn zusammengenähte Herz „Kintsugi“ – betitelt nach der gleichnamigen japanischen Technik – hebt die Grenzen sogar hervor und betont sie. Für mich erzählen sichtbare Narben vom Leben und machen einen erst zudem, der man ist.
„Zusammenhalten III und IV“ zeigen Griffe aus der Akrobatik. Das Besondere ist, dass gegenseitig zugepackt und festgehalten wird. Bei diesen Griffen packen die Partner alle beide zu, geben sich gegenseitig Halt und müssen zum richtigen Zeitpunkt loslassen. Das erfordert das Zulassen von Nähe, aber auch Respekt vor den Grenzen des anderen.
Iris Christine Aue zeigt ihre Werke im Herbst 2025 in der dem grafischen Medium gewidmeten Ausstellung „Grenzen“.