Autor: admin

mit Daniel Domig & Markus Kircher, Csaba Fürjesi, Korinna Lindinger

Anlässlich der zweihundertjährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich beschäftigt sich der Tennengauer Kunstkreis mit dem Themenkomplex „Kunstproduktion heute – Voraussetzungen und Perspektiven“. In diesem Projekt werden die Arbeitsbedingungen denen zeitgenössische KünstlerInnen heute gegenüberstehen aufgezeigt und kritisch hinterfragt. Der kunstraum pro arte wird für kurze Zeit zum Atelier und Produktionslabor. Die Ergebnisse werden anschließend in einer Ausstellung präsentiert und durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm untermauert.

Der Tennengauer Kunstkreis betreibt seit mehreren Jahren erfolgreich den kunstraum pro arte am Schöndorferplatz in Hallein. Der Verein wurde vor über 30 Jahre von Künstlern gegründet wobei die Aufgabe und das Ziel seit jeher die Förderung von Vernetzung sowie die Ausstellung von Kunst und deren ProduzentInnen darstellt. Durch die Ausstellungs- und Veranstaltungstätigkeit wird eine Verbindung zwischen Kunstschaffenden und Interessierten hergestellt. Der Tennengauer Kunstkreis bietet somit eine Plattform für Kunstproduktion und Diskurs. Was hat sich im Laufe der Jahre an den Arbeitsbedingungen geändert, wie sieht der Weg einzelner mit dem Tennengau in Verbindung stehender KünstlerInnen aus und wie haben sie sich in ihrer künstlerischen Karrieren entwickelt?

Augenscheinlich ist, dass die KünstlerInnen mehr und mehr in die großen Städte abwandern und sich dort immer öfter mit prekären Arbeitssituationen konfrontiert sehen.

In dem von Salzburg 20!6 geförderten Ausstellungsprojekt, das dieses Problem zum Thema macht, stellt der kunstraum pro arte den KünstlerInnen seine Räume für zwei Wochen als Atelier zur Verfügung und holt sie zurück in den Tennengau. Interessierte BesucherInnen haben in der Vorbereitungszeit die Möglichkeit den KünstlerInnen bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Die Resultate werden im Anschluss in einer Ausstellung präsentiert, die wir am Donnerstag den 14. Juli 2016 eröffnen.

 

Offene Ateliers im kunstraum pro arte: 29. Juni bis 09. Juli 2016

Nach dem großen Erfolg der Ausstellung zum Thema Zeichnung im Frühjahr 2015 wird die Serie weitergeführt. In der kommenden Ausstellung zeigen wir zwei Künstlerinnen, die ganz unterschiedlich mit den Linien umgehen und sich oft in einem Zwischenbereich bewegen.

Renate Egger zeigt erstmals ihre komplette Serie Things I have learned. Die Serie entwickelt sich seit 2008 und besteht aus Zeichnungen und Collagen auf Papier. Die Titel der Arbeiten sind einerseits als Wortspielerein oder anderseits als kritisches Kommentar zu verstehen und sollen eine Tür in die Welt der Lernerfahrungen öffnen. Things I have learned sind visuelle Statements zu Erfahrungen und Erlebnisse der jeweiligen Entstehungszeit, in denen Fragestellungen, Feststellungen, Ängste und Wunschträume thematisiert werden.

Being Becoming, Zeichnung und Collage auf Papier, 2008
Being Becoming, Zeichnung und Collage auf Papier, 2008

 

 

Ingrid Schreyer beschäftigte sich in den letzten Jahren intensiv mit Naturerfahrungen, dem Unscheinbaren und Verletzlichen in Umwelt und Natur. Sehr feingliedrig und detailreich führt sie den feinen Strich mit einem dünnen Tuschepinsel, der auf den ersten Blick wirkt, als sei er mit dem Bleistift gezeichnet. Aus mehreren Blättern setzt die Künstlerin eindrucksvoll kontinuierlich wachsendes Flechtwerk zusammen. Fast wie  auf einer Fläche aus Kacheln ergibt sich so ein großes Ganzes, aus dem die Strukturen wuchern.

 

"Wurmtext", Tusche/Papier; 42 x 56 cm, 2015
„Wurmtext“, Tusche/Papier; 42 x 56 cm, 2015

 

 

Vernissage am 17. März um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte
Zur Ausstellung spricht Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum
Do 07. April, 18:00 Uhr: Künstlergespräch: Peter Husty im Gespräch mit Ingrid Schreyer
Finissage: Sa 30. April, 11:00 Uhr: Dialogführung durch die Ausstellung

Dauer der Ausstellung: 18. März bis 30. April
Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag: 16 – 19 Uhr, Samstag: 10 – 13 Uhr

Der kunstraum pro arte beschließt sein erfolgreiches Ausstellungsjahr 2015 mit der Ausstellung „Porentief“ des Bildhauers und Objektkünstlers Johann Schwarz.

Der in Hallein lebende Künstler zeigt seine neuesten Arbeiten:einerseits eine Forstsetzung der Hautbilder, andererseits mit Leder bespannte Objekte. Dabei steht das Thema Haut immer im Vordergrund: Porentief bezieht sich auf das von Johann Schwarz für seine Objekte verwendetes Bildträgermaterial, biologisch gegerbtes Schweinsleder. Die Poren des Schweineleders sind besonders markant und bilden sich durch die in Dreiergruppen zusammenstehenden Borsten des Tieres, die sich durch alle Hautschichten ziehen. Porentief durch die Lederschicht ziehen sich auch die dunklen Farbpigmente, die der Künstler aufträgt, indem er  Eisenpulver in einem speziellen chemischen Verfahren mit dem Leder reagieren lässt.

Zur Darstellung kommen hauptsächlich Porträts von bekannten Persönlichkeiten, die aufgelöst in abstrakten, geometrischen Mustern und dadurch nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Diese komplexen Zitate sind durchaus kritisch zu verstehen als Hinweis auf Konsum, Kommerz, Produktion und Verwertung. Die Werke von Johann Schwarz regen zum Nachdenken an und widersetzen sich der Angleichung und des Allgemeinen.

 

Vernissage am Donnerstag, 19.11.2015 um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte.
Einführung: Martina Berger-Klingler

Künstlergespräch: Fr 11.12.2015 um 17:00 Uhr: Kerstin Klimmer-Kettner im Gespräch mit Johann Schwarz, dazu gibt es Punsch und Lebkuchen

Ausstellungdauer: 20.11. bis 12.12.2015

WILLKOMMEN ON BELLA TERRA

Vor 20 Jahren wurde das Künstlerkollektiv „soylent green“, benannt nach dem gleichnamigen Film von R. Fleischer aus dem Jahr 1973, von Uta Weber und Thomas Stimm in Köln gegründet. Durch verschiedene Reisen der beiden Künstler und durch das multikulturelle Umfeld in dem sie in jener Zeit lebten und arbeiteten, entstand die Idee von einer Welt, die sich gegenseitig inspiriert und austauscht. Der Name „TERRA“ sollte für den ganzen Planeten etabliert werden, schon allein um einer etwaigen Namensgebung Außerirdischer zuvorzukommen.KULTUR FÜR ALLE DURCH KULTUR VON ALLEN könnte unseren Planeten zu einer gemeinsamen Heimat werden lassen. Der von „soylent green“ gegründete Verlag BEST OF OUR PLANET PRODUCTION wurde zu einem planetaren Warenhaus, welches TERRANIAN WEAR, TERRANIAN COMFORT, TERRANIAN CULTUR sowie auch TERRANIAN FOOD anbot.

soylentgreen

 

 

Sie entwickelten die Idee von TERRANIAN DOTS, einem Netzwerk, welches allen TERRANIERN offen steht, denen die nationale Herkunft aus welchen Gründen auch immer abhanden kam oder zu eng wurde. Gerade heute, wo nationale Rückbesinnung wieder stärker zunimmt, sollte das uns allen Gemeinsame immer bewusst bleiben – wir sind ein Planet. „soylent green“ machte Ausstellungen, Editionen und Modeschauen, gestaltete ganze Räume und gab Konzerte und Partys. Sie waren aktiv bis ca. 2002, seither sind die Künstler Uta Weber und Thomas Stimm wieder stärker ihren persönlichen Projekten verbunden.

 

 

„Thomas Stimm und Uta Weber versuchen mit ihrem soylent-green-Projekt, das sie 1995 gestartet haben, eine utopische Vision in die Realität umzusetzen. Gemeinsam haben sie Aktionsräume geschaffen, die als Orte der Zusammenkunft und der Kommunikation fungieren und nicht nur einen Diskurs über die nachhaltige Gestaltung unserer Erde initiieren, sondern über die künstlerische Ausstattung aller Lebensbereiche auch eine Bewusstseinsbildung bewirken. Ziel ist es, den Blick auf das Verbindende zu lenken und zu stärken, um so die unzähligen Grenzen und Abgrenzungen zu  überbrücken. Dazu gehört die Etablierung des Namens „TERRA“ für die Erde und die Entwicklung identitätsstiftender Zeichen und Symbole, um das allzu menschliche Schema Identität durch Alterität aufzulösen. Wenn man das Bewusstsein hat, „Terranier“ zu sein und nicht mehr Österreicher oder Europäer, so die Hoffnung, lösen sich die geistigen und territorialen Grenzen sukzessive automatisch auf. Es ist dieses Empfinden der Verantwortung für ein soziales und ökologisches Gleichgewicht, das die Arbeiten von „soylent-green“ prägt und das wie ein Wasserzeichen in jeder Arbeit zu finden ist. Eine Form von Kunst, die auf Entwicklungen in der Welt im Allgemeinen und in der Gesellschaft im Speziellen reagiert.“ (Roman Grabner)

Die Ausstellung im kunstraum pro arte zeigt unter anderem eine Rückschau der letzten 20 Jahre und einige neu gestaltete Objekte.

 

Vernissage am Freitag,14.  Juli 2015 um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte.

Zur Ausstellung spricht Dr. Martin Hochleitner, Direktor Salzburg Museum

Dauer der Ausstellung: Mi 19.08. – Sa 12.09.2015

Öffnungszeiten: Mi – Fr 16:00 – 19:00, Sa 10:00 – 13:00

 

Die Wochen im Mai und Juni stehen ganz im Zeichen spannender Kunstprojekte: Die KünstlerInnen haben hier die Möglichkeit, ihre Projekte in einem kurzen Zeitraum zu präsentieren und durch ihre Interventionen den Raum einzunehmen. Die BesucherInnen erhalten die Möglichkeit, zu partizipieren und aktiv am Prozess teilzunehmen:

 

Schaufensterdekoration mit einem Werk von Manuel  Gruber
Schaufensterdekoration mit einem Werk von Manuel Gruber

 

 

04. – 08. Mai, Theatertage Abtenau: Abtenau ist Bühne: In Kooperation mit dem Theatervestival Abtenau bespielt der Tennengauer Kunstkreis den öffentlichen Raum in Abtenau. Arbeiten von Leonhard Besl, Manuel & Tobias Gruber, Siegfried Gruber, Renate Hausenblas, Barbara Schiestl und Gretl Thuswaldner finden sich in den Schaufenstern der Abtenauer Einzelhändler.

 

 

 

 

 

 

12. bis 14. Mai, “Transforming / Shopping for Identity #2”:  Renate Hausenblas & Luka Leben

Transforming ist eine experimentelle Auseinandersetzung von Renate Hausenblas über Wertvorstellungen und deren Veränderungen im Zuge sozialer Prozesse. Das Publikum darf Veränderungen in der Ausstellung beibringen – durch Zeichnen, Malen, Schneiden oder Collagieren. Die Entwicklung der Objekte und der Projektverlauf wird von der Künstlerin dokumentiert: „Den Spieß umdrehen: Werden Sie zu MuseumsdirektorIn, KuratorIn oder KünstlerIn! Sie, ja Sie, dürfen – oder auch Du, ja Du, kannst – diesmal bestimmen, was zu sehen ist. Und das Beste ist: Jeder darf selbst Hand anlegen und die Bilder nach seinem eigenen Geschmack verändern!“ (Renate Hausenblas) –  Luka Leben beschäftigt sich mit getragenen Kleidungsstücken, der Geschichte dahinter und mit der Wertigkeit, die sich aus dieser Hintergrundinformation ableiten lässt. In einem Bazar-Setting tauscht sie eigene Kunstwerke gegen getragene Kleidungsstücke und zeichnet die biografischen Geschichten dahinter auf. Auf diese Weise transformiert sich die Frage von Gegenständen und ihrem kontextuellen Wert in eine Reflexion über Kunstwerke und ihre Kontexte und schließlich auch über ihre Bepreisung. „Welcher Flohmarkt oder Second-Hand Boutique-Fan hat sich nicht schon einmal in Wunsch- oder Horrorvorstellungen darüber verloren, wer das gerade erstandene Paar Schuhe oder das schicke Sakko vor einem selbst besessen hat? Warum hat sich der Vorbesitzer von dem Kleidungsstück getrennt? Welche geheimen Makel mag es verbergen? Wäre der Vorbesitzer ein potentieller Freund für‘s Leben? Lebt er überhaupt noch? Lächelt er wissend, wenn er mir und seinem Paar Schuhe zufällig über den Weg läuft…?“ (Luka Leben)

"Shopping for Identity #2”
„Shopping for Identity #2”

 

Während Transforming #1 wird durch BesucherInnen eifrig gewerkt. Wunderbare neue Objekte entstehen, werden ausgestellt und abschließend „archiviert“, um in Transforming #2 wieder hervorgeräumt zu werden. Wieder sind die BesucherInnen eingeladen, Veränderungen anzubringen und als „neue Objekte“ im Ausstellungsraum zu präsentieren. „Für mich zeigt das Projekt zum einen, was einem wirklich gefällt, aber es zeigt auch, wie andere damit umgehen. Ich sehe darin ein Abbild unseres Lebensraumes, sehr reduziert, aber nicht weniger aussagekräftig. Das Projekt versteht sich als experimentelle Versuchsanordnung und als Prozess künstlerischer Forschung, der ergebnisoffen ist.“ (Renate Hausenblas)

 

 


 

 

19. bis 21. Mai, “TriTraTraLaLa – Medienkunst zwischen Realitäten”: Robert Praxmarer & Thomas Layer-Wagner

Sprechende Pflanzen oder mit einer Virtual Reality Brille im Mittelmeer zwischen ertrunkenen Flüchtlingen tauchen, die Arbeit regt zum Nachdenken aber auch zum Schmunzeln an. Zwischen Politik, Ästhetik und Humor finden sie mit Technologie neue Ausdrucksformen und Wege, ihre Botschaften geschickt an ein Publikum zu vermitteln. So wird auch das Glitzern eines Diamanten demokratisiert und als Discokugel mittels Laser umfunktioniert, welcher ein buntes Farbspektrum großformatig an die Wände zeichnet. Gemeinsam leiten Robert Praxmarer & Thomas Layer-Wagner die in Hallein ansässige Firma Polycular welche Apps, Computerspiele und interaktive Lösungen/Exponate für Tourismus und Museen entwickeln.

 

David Fisslthaler, Häuserschluchten
David Fisslthaler, Häuserschluchten
6. bis 18. Juni, Creativity Rules: In Kooperation mit der Fachhochschule Salzburg stellt der Tennengauer Kunstkreis den kunstraum pro arte StudentInnen des Studienganges MultiMediaArt zur Präsentation ihrer Abschlussarbeiten zur Verfügung. Das begleitend stattfindende Veranstaltungsprogramm ist in das Creativity Rules Festival eingebettet.
In diesem Jahr zeigen die StudentInnen Arbeiten zu CORTONA ON THE MOVECORTONA ON THE MOVE zählt laut Time-Magzine zu den Top-Ten Festivals für Fotografie weltweit. Gemeinsam mit dem Fotografen Paolo Woods hat eine Gruppe von Studierenden die Stadt in der Toskana besucht, die Ergebnisse sind  im kunstraum pro arte zu sehen.

Do 15. Dezember, 19:00 Uhr
A view from the Gallery – Arbeiten aus Stadt und Land
Intervention und Kooperation

Do 24. November, 19:00 Uhr
Leonhard Besl: Über die Freundschaft“
Intervention und Buchpräsentation
PDF des Vortrags

Sa 15. Oktober, 13:00 –  15:00 Uhr
Salzburg Museum, Mozartplatz 1, Salzburg, 3-Stock, Gottfried Salzmann-Saal
Aktzeichnen unter  der Leitung von Prof. Josef Zenzmaier

Do 13. Oktober, 18:00 Uhr
Salzburg Museum, Mozartplatz 1, Salzburg
Führung durch die Landesausstellung „Kaiser, Bischof, Jedermann“ mit Peter Husty, Chefkurator des Salzburg Museum

Mo 19. September: Pernerinsel, Mauttorpromenade 7, Hallein
18:00 Uhr, Schmiede16 mit Rüdiger Wassibauer
19:00 Uhr, Artist Talk: Maria Morschitzky

Mi 24. und Fr 26. August, 17:00 – 19:00 Uhr
Atelierbesuch bei Csaba Fürjesi
Neualmerstraße 37 / Gebäude C, 5400 Hallein

Do 21. Juli, 19:00 Uhr
Vortrag und Diskussion: „Has the artist been paid?“
Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst, Wien
Korinna Lindinger, Künstlerin und Soziologin, Wien
Elisabeth Schmirl, Künstlerin, Salzburg

Do 07.April, 18:00 Uhr
Künstlergespräch:
Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum im Gespräch mit Ingrid Schreyer

So 03. April, 15:00 Uhr
MUSICAL DRAWING – MALEN ZU MUSIK FÜR KINDER
mit Yvonne Zehner (Gitarre)

 

KunstSTelle in Kooperation mit der ARGE Stadtmarketing Hallein:
Ein neues Pflaster für Hallein, die Altstadt putzt sich fein heraus und feiert!
Bauzäune stehen im Mittelpunkt. Künstlerinnen und Künstler des Tennengauer Kunstkreis gestalten die Baustellenzäune in der Altstadt  abwechselnd, und zwar:.

22. Juli Ela Grieshaber
05. August Peter Brauneis
26. August Annelies Senfter
09. September Margarete Thuswaldner
30. September David Fisslthaler

 

 

 

 

 

 

 

Der kunstraum pro arte zeigt in der aktuellen Ausstellung Werke zweier Künstler die, so verschieden ihre Arbeiten auch sein mögen, zwei Dinge gemeinsam haben: sie haben beide eine klassische Ausbildung in der Bildhauerei und arbeiten nun daran Papier, Karton oder Bücher mit Lochern, Messern oder Feuer zu schneiden. Wie die Werkzeuge, sind auch die Herangehensweisen ganz unterschiedlich.

Hans Lankes‘ Arbeiten sind Messerschnitte, mit einem Skalpell aus Papier oder Karton ausgeschnitten: Harte Kanten, klare Entscheidungen, Konsequenz und kein “Herumgetue”. Zuerst entsteht das Konzept mit der Bildidee und der Suche nach der Form. An der  getroffenen Entscheidung hält der Künstler in weiterer Folge fest; was geschnitten ist, ist weg. Trotz dieses strukturierten Auftrages entstehen die aktuellen Papierschnitte ohne Vorzeichnungen, ohne bestimmte Linien und Strukturen, eher in einem Flow und mit hoher Konzentration. Die Motive reichen von organischen und architektonischen Ausführungen bis hin zum Figurativen; allerdings soll nichts explizit dargestellt werden, sondern das autonome Bild soll seine eigene Bildsprache entwickeln. Es geht um die Innenwelten. Wichtig ist auch der Schatten, der hinter dem Messerschnitt entsteht und der Arbeit eine weitere Dimension hinzufügt. Mit diesem subtilen Zug entsteht der Versuch, Unsichtbares und oft Ungesehenes sichtbar zu machen.

Hans Lankes; "Stille", Messerschnitt, 2014
Hans Lankes; „Stille“, Messerschnitt, 2014

 

Norbert Zuckerstätter zeigt Schnitte in unterschiedlicher Form, einerseits klassische Papierschnitte und andererseits Buchobjekte, deren Seiten ebenfalls durchschnitten wurden. Als Gegenpol finden sich auch einige plastische Objekte die auf die Ursprünge des Künstlers verweisen. Zentrale Arbeit ist ein vier Meter langes Fries aus schwarzem Papier. Mit einem gewöhnlichen Bürolocher ist die Inschrift „nachdem ich an dich gedacht habe“ herausgestanzt. Hier geht es vor allem um die zeitliche Dimension, denn das Werk ist in 10 Jahren entstanden, zwischen 2005 und 2015. Das Bewusstmachen der Zeit wird aber auch in den Buchobjekten spürbar. In dem Buch mit dem Titel 1938 wurden über 1500 Seiten vom Künstler in zeitintensiven Prozessen durchgebrannt und formen nun eine kraterähnliche Oberfläche. Im völligen Gegensatz zu diesen Arbeiten findet sich, modelliert und abgeformt, die Schallplatten der sogenannten visuellen Musik. Als aufgestreute Schrauben am Plattenteller des Abspielgerätes ertönen die Klänge im Kopf….

Norbert Zuckerstätter: Bücherschnitt 14
Norbert Zuckerstätter: Bücherschnitt 14

 

Vernissage am Donnerstag, 22.  Oktober 2015 um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte.
Zur Ausstellung spricht: Kerstin Klimmer

Finissage: Samstag 14.11.2015, 11:00 Uhr
Künstlergespräch

Dauer der Ausstellung: 23.10. bis 14.11.2015
Öffnungszeiten: Mi – Fr 16:00 – 19:00, Sa 10:00 – 13:00

Die traditionell um Maria Empfängnis stattfindende, zweite Kunstfahrt des Tennengauer Kunstkreises führt uns wieder ins benachbarte München:

Termin: Samstag, 10.12.2016
Abfahrt: 08:00 Uhr,
Hallein, Pernerinsel, Tourismusverband, Mauttorpromenade

(Zustieg in Anif, Hotel Hubertus um 08:15 Uhr möglich, bitte bei Anmeldung angeben)

Programm:
10:30 Uhr, Haus der Kunst: Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965

„Postwar…“ untersucht erstmals in der jüngeren Ausstellungsgeschichte die turbulente und ereignisreiche Nachkriegszeit als ein globales Phänomen. In acht Kapiteln führt die Ausstellung den Besucher durch die ersten 20 Jahre nach dem Krieg. Dabei macht sie sichtbar, wie die Kunstschaffenden auf die Traumata von Holocaust, Hiroshima und Nagasaki reagierten; wie die zwei politischen Blöcke im Kalten Krieg die Künste instrumentalisierten und so den Gegensatz von Sozialistischem Realismus und Abstraktion festschrieben. Die Ausstellung zeigt, wie Migrations- und Fluchtbewegungen eine neue Form von Kosmopolitismus hervorbrachten. Diese eingehende, global ausgerichtete Ausstellung zur Kunst der Nachkriegszeit zeigt Malerei, Plastik, Installationen, Collagen, Performances, Filme, Künstlerbücher, Dokumente und Fotografien, insgesamt 350 Werke von 218 Künstlern aus 65 Ländern.

http://postwar.hausderkunst.de/

12:00 Uhr, Mittagspause, zur freien Verfügung

14:00 Uhr, Kunsthalle München: Spaniens Goldene Zeit, Die Ära Velázquez in Malerei und Skulptur

Das Siglo de Oro, Spaniens Goldenes Zeitalter, zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der abendländischen Kunstgeschichte. Ausgerechnet als im 17. Jahrhundert das bis dahin mächtigste Land Europas zusehends seine politische Vorherrschaft verlor, erreichte die spanische Kunst ihre größte Blüte. Es war die Ära von Meistern wie El Greco (1541–1614), Diego Velázquez (1599–1660), Francisco de Zurbarán (1598–1664) und Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682). Um 1600 war Spanien das mächtigste Land der westlichen Welt. Sein gewaltiges Territorium erstreckte sich über fünf Kontinente. Doch im Laufe des 17. Jahrhunderts setzten Staatsbankrotte, verlorene Kriege und die Pest dem Reich der spanischen Habsburger schwer zu. Trotz dieses Niedergangs florierte die spanische Kunst wie nie zuvor: König und Kirche hatten ein  Bündnis geschlossen und verfolgten als wichtigste Auftraggeber der Künstler gemeinsame Ziele. Sie nutzten Kunstwerke als propagandistische Mittel, um in Zeiten der Krise Macht und Stabilität zu signalisieren. Insgesamt sind rund hundert Meisterwerke internationaler Sammlungen vereint, u.a. aus dem Museo del Prado in Madrid, dem Museo Nacional de Escultura in Valladolid, dem Metropolitan Museum of Art in New York und dem Louvre in Paris.

http://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/spaniensgoldenezeit/

Rückfahrt: ca. 17:00 Uhr

Anmeldung: telefonisch bei Helga Besl 0043 699 11083235 oder per mail: office@kunstraumproarte.com

Kosten pro Person: Regulär € 65,- // Mitglieder TKK € 45,- // Studenten € 35,-

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Unsere erste Kunstfahrt 2016 führte ins benachbarte  Oberösterreich zu einem lokalgeschichtlichen Glanzlicht:

Termin: Donnerstag, 05.05.2016 (Christi Himmelfahrt)

Abfahrt: 08:30 Uhr Hallein, Pernerinsel, Tourismusverband, Mauttorpromenade (Zustieg in Anif, Hotel Hubertus um 8:45 Uhr möglich, bitte bei der Anmeldung angeben)

Programm:

10:30 Uhr, Stift Lambach: Klosterbesichtigung mit Führung:
Das Kloster wurde um 1046 gegründet. Bischof Adalbero von Würzburg wandelte es 1056 in ein Benediktinerkloster um. Beim Bayerneinfall 1233 – Herzog Otto II. von Bayern bricht in das Herrschaftsgebiet der österreichischen Babenberger ein – wurden das Kloster und die Kirche großteils zerstört. Die bestehende Anlage wurde der Hauptsache nach durch die Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blaß (1678–1705) und Maximilian Pagl(1705–1725), auf den viele Erweiterungen (Nordtrakt mit Ambulatorium und Sommerrefektorium) zurückgehen, errichtet. Joseph II hob das Stift 1784 auf. Nach wenigen Jahren erreichte Abt Amand Schickmayr die Wiederherstellung des klösterlichen Lebens. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine weitere Zäsur, denn ab 1941 war eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt in der Anlage untergebracht. Nach dem Krieg kehrte der Konvent zurück. Besonders sehenswert: die ältesten romanischen Fresken im süddeutschen Raum, die Stiftsbibliothek, das Stiftstheater und die Sammlungen.

12:00 Uhr Mittagspause

13:00 bis 18:30 Uhr Besichtigungen zwischen Lambach und Vöcklabruck:
Zeitgenössische Kunst in den sakralen Raum einzubringen ist eine Notwendigkeit um Kirche lebendig zu machen, um zum Nachdenken und zu Diskussionen anzuregen und neue Interpretationen zuzulassen (Ernst Hamberger, Galerist) – Die Fahrt nach Oberösterreich im Jahr 2014, bei der Hubert Nitsch, Diözesankonservator mehrere Sakralräume vorgestellt hat, in denen zeitgenössische Kunst einen Raum fand, hat derart großes Echo hervorgerufen, dass wir nun eine Fortsetzung anbieten:
Auf dem Besichtigungsprogramm stehen voraussichtlich:
– Pfarrzentrum zum hl. Michael in Schwanenstadt – Doppeltüren zum Pfarrzentrum von Josef Linschinger (2014)
– Pfarrkirche in Bachmaning – Altarraum von Barbara Reisinger (2014)
– Expositurkirche Jesus der göttliche Kinderfreund in Bach bei Schwanenstadt – Altarraum von Herbert Friedl (2003)
– Redemptoristenkolleg in Attnang-Puchheim – Kapellenraum Architekt Josef Ullmann und Hubert Nitsch (2005)
– Kapelle der Franziskanerinnen (Mutterhaus) in Vöcklabruck – Altar von Ruedi Arnold (2005)

ca. 19:00 Uhr Rückfahrt

Anmeldung: telefonisch bei Helga Besl 0043 699 11083235 oder per mail: helga.besl@forum-hallein.at Kosten: € 45,- /Person, Studenten € 35,- /Person

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!!

 

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Raumansichten des kunstraum pro arte während der Ausstellung von Christoph Schäfer 2012

Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde,
derzeit sind unsere Ausstellungsräume geschlossen. Die nächste Ausstellung ist die alljährliche Multimedia-Ausstellung parallel zum Medienkunstfestival Schmiede Hallein.

In der Schmiede-Ausstellung 2021 ist das ate/ier /// eingeladen sich zu präsentieren. ate/ier /// setzt sich aus einer Gruppe junger Künstler*innen aus dem Raum Salzburg zusammen, die intensiv ins Schmiede-Netzwerk involviert sind sowie seit 2017 als loses Künstlerkollektiv in Hallein eine Atelierwerkstatt betreiben. Die Arbeiten der Gruppe bewegen sich im künstlerischen Feld der Installation, Objekt, Sound-Art und Fotografie. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der vielfältigen Arbeiten des Kollektivs sowie neue raumspezifische Arbeiten die vor Ort entstehen werden.

Mit freundlichen Grüßen,
das Team des Tennengauer Kunstkreis

mit Christof Berthold & Marcuse Hafner, Andrea Maurer, gold extra, Andreas Gröstlinger & Sebastian Kargl, Bartholomäus Traubeck, Korinna Lindinger & Karla Spiluttini, Gebhard Sengmüller, Robert Praxmarer & Reinhold Bidner, Claudia Rohrmoser & Marcel Schobel

kuratiert von Kerstin Klimmer

Die diesjährige SchmiedeAusstellung im kunstraum pro arte steht im Zeichen des Medienkunstpreises des Landes Salzburg. Anhand der unterschiedlichen Projekte der PreisträgerInnen der letzten Jahre gehen wir der Frage nach was Medienkunst eigentlich ist und welchen Stellenwert sie in der zeitgenössischen Kunstproduktion hat. Eindrucksvoll zeigen uns die Arbeiten, wie unterschiedliche Ausdrucksmittel in alle Richtungen und auf alle Medien erweitert und verknüpft werden. Dabei berühren sie neben dem traditionellen Kunstsystem auch Wissenschaft und Forschung und bestätigen, dass Medienkunst keinesfalls ein einheitliches Feld ist. Die Arbeiten thematisieren Illusion, Realität, Sprache, Veränderungen, Gesellschaft und Globalisierung.

Im Rahmen der Eröffnung wird der / die PreisträgerIn des Landespreis für Medienkunst 2015 bekannt gegeben.

ready                10 Jahre Medienkunst, Foto: Krisch

 

Eröffnung:  Donnerstag, 17. September 2015 um 19:00 Uhr

Verleihung Salzburger Landespreis für Medienkunst 2015: Heinrich Schellhorn, Landesrat für Kultur & Soziales

zur Ausstellung: Marius Schebella, MultiMediaArt Fachhochschule Salzburg

Performance: Bartholomäus Traubeck, Years

Ausstellungsdauer: 18.09. bis 17.10.2015

 

kunstraum pro arte · Schöndorferplatz 5 · A-5400 Hallein