„Zeiten der Ohnmacht“

mit Arbeiten von Claire Angelini (FR), Monika Anselment (DE), Antonia Bisig (CH), Dragana Branković (RS), Christine Bruckbauer und Patricia K. Triki (AT|TN), Wojciech Cieśniewski (PL), Carlos Correia (PT), Selim Gribaa (TN), Federico Guzmán (ES), Alfredo Igualador (ES), Peter Hauenschild (AT), Sofía Jack (ES), Annie Kurkdjian (LB), Hela Lamine (TN), Yasemin Nur (TR), Gisele Ribeiro (BR), Simeón Saiz Ruiz (ES), Belén Sánchez Albarrán (ES), Rafael Sánchez-Mateos Paniagua (ES), Marek Szymański (PL), Wolfgang Wirth (AT)

Nachdenken über Bilder, Geschichten und Nachrichten sechs Jahre nach den arabischen Aufständen. Die Ausstellung geht der Frage nach, was übrig ist, von der damaligen Aufbruchstimmung. Die politischen Ereignisse haben sich in eine andere Richtung entwickelt als erhofft. Eine Gruppe von 22 Künstlerinnen und Künstlern hat die aktuellen Entwicklungen in ihre künstlerischen Arbeiten verhandelt. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung werden nun im kunstraum pro arte gezeigt. Die Ausstellung war zuvor in den Kunsträumen AlCultura in Algeciras, Spanien, und CentroCentro in Madrid zu sehen.

 

Während der arabischen Aufstände gab es in den Medien viele Bilder von Gesichtern. Die Menschen wurden als Individuen gezeigt: lachend und hoffnungsfroh, oder wie im Fall von Mohammed Bouazizi als Opfer mit einem Namen. Schon bald nach dem Sturz von Mubarak verloren die Medien das Interesse an den einzelnen Menschen. Keine Notwendigkeit mehr zur Identifikation. Kein Romantizismus mehr … nur noch harte Realität, zu komplex, um sie ganz zu begreifen. Die persönliche, emotionale Seite wurde unsichtbar. Die Nachrichten und Reportagen aus den arabischen Ländern unterschieden sich nicht mehr von anderen Nachrichten.

Mit der Ankunft hunderttausender syrischer Flüchtlinge in Europa änderte sich die gesamtpolitische Lage und damit auch die medialen Bilder.

Angesichts dieser veränderten Gegebenheiten mussten sich die KünstlerInnen neuen Fragen stellen.

Diese formale und inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist jeder Künstler und jede Künstlerin auf ganz eigene Weise angegangen. Entstanden ist in der Folge ein breites Spektrum an Arbeiten; manche der Ansätze sind dokumentarisch, manche analytisch, abstrakt, andere ironisch, subtil humorvoll oder poetisch, einfühlsam und betroffen. In der Ausstellung verbinden sie sich zu einer facetten- und bezugsreichen Einheit.

Monika Anselment, Juli 2017

 

 

Eröffnung: 13. Juli, 19:30 Uhr

Veranstaltungen:

Sa 15. Juli, 11:00 Uhr, KünstlerInnengespräch bei Kaffee & Croissants

Sa 29. Juli, 11:00 Uhr, Performative Installation im öffentlichen Raum

mit Christine Bruckbauer und Patricia K.Triki, Treffpunkt: kunstraum pro arte

Dauer der Ausstellung: 14. Juli bis 26. August 2017

Monika Supé – ZEITWERK

Die Arbeiten von Monika Supé haben eines gemeinsam: sie zeugen von menschlicher Tätigkeit, egal, ob es sich dabei um Zeichnungen, Objekte oder Installationen handelt. Meist sind sie in repetitiver Vorgehensweise gefertigt und zeigen auch als Objekte einen linienhaften Duktus, denn sie bestehen vorwiegend aus Materialien, wie Draht oder Faden, welche wiederum gebogen oder verknotet, vernäht oder verhäkelt werden. Einige der Arbeiten bestehen aus fortlaufend linienartigen Strukturen. Diese zeichnen gewissermaßen den Zeitverlauf während der Entstehung nach, den der Betrachter mit dem Auge nachvollziehen kann. Manche der Arbeiten entstehen nach festgelegten Gestaltungsregeln, andere über festgelegte handwerkliche Tätigkeiten und wieder andere in einem vorher festgelegten Zeitrahmen. Die künstlerische Tätigkeit rückt so in die Nähe täglich immer wiederkehrender Arbeitsprozesse. Manche dieser Herstellungsprozesse muten absurd an, manche sind zeitaufwendig oder in gewisser Weise monoton und hinterfragen so die Sinnhaftigkeit menschlicher Arbeit an sich.

 

Eröffnung:  Donnerstag 13. April 2017, 19:30 Uhr
Zur Ausstellung spricht Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum

 

Do 20. April, 18:00 Uhr
Ausstellungsgespräch bei Wein & Bier

Fr 26. Mai, 18:00 Uhr
Finissage mit Dialogführung

Dauer der Ausstellung:
14. April bis 26. Mai 2017

Franz Bergmüller – BILD RAUM SCHNITT

Die Fotografie ist das wesentliche Medium, der Ausgangspunkt und das Material der künstlerischen Arbeit von Franz Bergmüller. Sie dient allerdings nicht der dokumentarischen Aufzeichnung und bleibt auch meist nicht in einer zweidimensionalen Form. Vielmehr ist das fotografische Abbild der Auslöser für eine Weiterarbeit hin zu fotografischen Objekten und raumgreifenden Installationen: durch Eingriffe in die Bildstruktur und Veränderung des Bildmaterials – wie z.B. das Aufschneiden der Oberfläche oder den Einbau mechanischer Apparaturen und elektronischer Steuerungen.

o. T., 2015

Für die Ausstellung im kunstraum pro arte werden bereits vorhandene Arbeiten mit aktuellen – für die Ausstellung geschaffenen fotografischen Objekten – zu einer raumgreifenden Inszenierung in Beziehung gesetzt. Ähnlich einer Ateliersituation soll der prozesshafte und offene Charakter der künstlerischen Arbeit in der Ausstellung verdeutlicht werden. Inhaltlich setzen sich die Arbeiten einerseits mit dem Medium der Fotografie selbst auseinander und mit den darauf bezogenen Fragen der Bildwahrnehmung, der Bildrealität und des Bildmaterials. Andererseits sind die Beschäftigung mit den philosophischen Begriffen der Zeit und der Vergänglichkeit und die Positionierung der eigenen Person im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenraum und im gesellschaftlichen Kontext immer wiederkehrende Themen der künstlerischen Auseinandersetzung.

Ateliersituation, 2016

 

Eröffnung am Donnerstag 23. Februar 2017 um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte.
Zur Ausstellung spricht Hildegard Fraueneder

Finissage: Freitag 31. März, 19:00 Uhr

Dauer der Ausstellung: 24. Februar bis 31. März 2017

„The Marty G. & Stevo Show – Old Attractions and a Futurspective“ – Martin Gredler und Stephen Mathewson

Die langjährigen Künstlerfreunde Martin Gredler und Stephen Mathewson haben für den kunstraum pro arte ein veränderliches Raumkonzept erarbeitet, das von einer Retrospektive ausgehend zahlreiche Bausteine Ihrer Kunstproduktion unterschiedlich zusammensetzt. Interventionen, Verkettungen und Behauptungen verändern regelmäßig die gesamte Ausstellung. Zahlreiche Veranstaltungen dienen als Ausgangspunkt der stets neuen Anordnung der Exponate und sich wandelnder Ausstellungsarchitektur. Es werden Arbeiten von Freunden, Freundinnen und Fremden integriert und Workshops und Projekte mit Halleiner Institutionen initiiert. Es entsteht eine Art Winterakademie, bei der jedoch die gewohnten Denk-, Erwartungs- und Handlungsmuster aufgebrochen werden. Im Idealfall entsteht durch diese erweiterte Öffnung des Raumes und die Einbindung unterschiedlichster Betrachterschichten, eine differenzierte Blickweise auf die Dinge; und vielleicht gelingt es so auch, ein paar kritische Fragen an die “Kulturstadt” Hallein aufzuzeigen. Die Künstler setzen ich in der Ausstellung primär mit dem Begriff der Freundschaft auseinander: So werden beispielsweise Werke von Künstlerfreunden und -freundinnen aus ihrer Privatheit herausgelöst und in die Ausstellung integriert. Es kommen dabei auch Arbeiten – quasi nie Gezeigtes – von „Teilzeit-“ Kreativen zum Einsatz. Leonhard Besl wird sein neues Buch “Über die Freundschaft –  Annäherung an einen sozialen Grundbegriff” vorstellen und auch dieser Beitrag ist keine Buchpräsentation im klassischen Sinne sondern ein performativer Vortrag mit musikalischen und dialogischen Interventionen.

 

 

Die Geschichte um einen Baum und seine seltsame Freundschaft zu einer Schaukel gab Anlass für zahlreiche Interventionen und Kooperationen. Basierend auf dem Konzept der Freundschaft wurde die Ausstellung mehrfach verändert und Werke von Bernhard Prähauser, Joze Ciuha, Andrew Phelps, Torsten Mächtel TeER, Georg Eldarb, Peter Miller, Thoma Muthwill, Anton Mahringer, Margit Strobl, Christian Panosch, Konrad Winter, Anton Drioli, Elisabeth Berger, Barbara Salzborn, Eva Möseneder, Stefan Wirnsberger, Eduard Schmegner, Rudolf Schönwald, Willhelm Kaufmann, Leonhard Besl, Roxana Rigaud, Nancy Spero + Leon Gollub, Emila Rigaud und Lotte Engels bieten derzeit neue Blickwinkel auf die Geschichte.

Die Kinder der Klasse 2a, der Volksschule Hallein Stadt sind mit “A Futurespective – die Zwei A” ebenfalls Teil dieses Projektes. Gemeinsam mit den Künstlern wurde die bestehende Ausstellung besichtigt, das Gesehene gezeichnet und Alternativen für den Raum entworfen. Anschließend durften die Kinder sich aktiv im kunstraum pro arte in die bestehende Ausstellung einbringen. Die temporäre Ausstellungsarchitektur wurde bemalt und Lieblingsbilder wurden integriert. Der unvoreingenommene Blick der Kinder ermöglicht dem Raum eine andere Atmosphäre und lässt die Dinge in einer eigenen Wahrheit erscheinen. Ohne große Zuhilfenahme von Worten wird eine neue Geschichte erzählt, die Geschichte der Kinder, die Bilder schaffen um ihre Gedanken, Empfindungen und Wünsche darzustellen.  

Zum Abschluss feiern die Künstler mit den Performern Pamelia Stickney, The Lowlands und Nicholas Hoffman die Freundschaft und im laufe dieses Abends wird sich die Ausstellung ein letztes mal verändern…

 

im Rahmen der Ausstellung:

Do 19. Jänner, 17:30 Uhr
A Futurespective – die Zwei A
Intervention und Präsentation
Klasse 2a der Volksschule Hallein – Stadt

Fr 03. Februar, 19:00 Uhr
The Marty G. & Stevo Show featuring: 
Pamelia Stickney, The Lowlands, Nicholas Hoffman
Finissage mit Performances

Dauer der Ausstellung:  11. November 2016 bis 04. Februar 2017

Öffnungszeiten: Mi – Fr: 16 – 19 h, Sa: 10 – 13 h

Mit der Unterstützung von Salzburg 20!6

„Compositions for a Room“ – Maria Morschitzky

Das Siegerprojekt des Salzburger Ladenpreises für Medienkunst 2015: „Compositions for a Room“ von Maria Morschitzky verknüpft Zeichnung, Objekte, Skulptur, Video/Animation, Schattenprojektion, Sound/Text und Elektronik zu einer vielschichtigen Rauminstallation. In Maria Morschitzkys Konzept bilden Wirklichkeitsfragmente, Theoriebausteine und Gedankenimpulse die Ausgangsbasis für eine assoziative Narration. Die Künstlerin platziert Referenzen zu Technik, Philosophie, Medizin und generiert damit einen verdichteten poetischen Mikrokosmos, den sich Besucherinnen detektivisch aneignen können.

Vernissage: Mittwoch 14. September 2016, 19:00 Uhr

Verleihung des Jahresstipendiums für Medienkunst 2016
Heinrich Schellhorn, Landesrat für Kultur & Soziales

zur Ausstellung spricht Bettina Eigner, Künstlerin

Sa 29. Oktober, 11:00 Uhr
Finissage: Dialogführung durch die Ausstellun

Dauer der Ausstellung: 15. September bis 29. Oktober 2016
Öffnungszeiten: Mi – Fr: 16 – 19 h, Sa: 10 – 13 h

„Kunstproduktion heute – Voraussetzungen und Perspektiven“

Anlässlich der zweihundertjährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich beschäftigt sich der Tennengauer Kunstkreis mit dem Themenkomplex „Kunstproduktion heute – Voraussetzungen und Perspektiven“ und stellt seine Räumlichkeiten vier Kunstschaffenden als kreativen Arbeitsplatz zur Verfügung. Der kunstraum pro arte wird vom neutralen Präsentationsort zur Produktionsstätte und macht dadurch die künstlerische Arbeit erlebbar: die ab 29. Juni hier entstandenen Werke werden ausgestellt.

 

Domig&KircherDaniel Domig und Markus Kircher präsentieren sich als Kollektiv und lassen die Farbe von den Leinwänden ausgehend, auf die Galeriewände wandern lassen. Eindeutig wird dabei die künstlerische Arbeit und der Raum als Ort des kreativen Schaffens sichtbar. Das Werk selbst ist vergänglich, zeitlich begrenzt und nicht transportierbar. Nach Ablauf der Ausstellungszeit wird es wieder übermalt und verschwindet unter den weißgekalkten Wänden. Daniel Domig erläutert zu dieser Verknüpfung von Arbeits- und Ausstellungsraum: „Die Installation und Raum-Ausmalung im kunstraum pro arte verwandelt den Ausstellungsraum unweigerlich in ein Atelier. Das Atelier ist normalerweise unsichtbar. Es ist der heimliche Raum des Künstlers, in dem er sein Werk schafft, um es dann im neutralen Gewand der Galerie zu präsentieren. Das Atelier ist dabei so etwas wie der ‚Backstage’- Bereich der Kunstweltbühne den nur die Auserwählten betreten dürfen. Ein Atelier wird erst durch die künstlerische Praxis zum Arbeitsraum. Es ist ein Raum in dem gedacht und geschaffen wird, ein Raum in dem die Farbe irgendwann den Weg von der Leinwand auf die Wand findet und diese markiert. An diesem Moment setzt auch die Raum-Übermalung an: Wo die künstlerische Arbeit (das Kunstwerk) und die künstlerische Arbeit (malerische Tätigkeit) aneinander grenzen. Malerei ist in erster Linie eine Aktivität, die ihre Spuren hinterlässt (das Bild).“

 

 

 

 

CsabaFürjesiCsaba Fürjesi, geboren in Ungarn und nun wohnhaft in Hallein, verlegt einen kleinen Teil seines Studios in den kunstraum pro arte. Bei ihm kann der aufmerksame Besucher den unmittelbaren Aufbau beobachten. Tag für Tag werden mehr Bilder ihren Weg an die Wände des Hauptraumes finden. – Zudem wird er sich mit einem für seine Arbeiten neuen Trägermaterial beschäftigen: Wie werden die Zellstoffbahnen auf die unterschiedlichen Farben, wie Öl oder Tusche reagieren? Wird sich das

plastisch verändern? Ein Versuch mit ungewissem Ausgang. Die bereits fertigen Arbeiten beschäftigen sich mit Geschichten und Erinnerungen. Dargestellt sind Wände von Innenräumen und die Erlebnisse, der darin lebenden Personen. Mit jedem Wechsel der Bewohner wird die Wand neu überstrichen und die Erinnerungen und Geschehnisse verschwinden unter der aufgetragenen Farbschicht. Fürjesi kratzt diese Schichten scheinbar wieder ab und lässt so die konservierten Begebenheiten sichtbar werden. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe besteht zu zwei ausgewählten Terminen die Möglichkeit den Künstler in seinem Atelier in Hallein zu besuchen. Es werden dabei die Bedingungen aufgezeigt, unter denen ein Kunstwerk entworfen und umgesetzt wird. Der Blick ins „echte“ Atelier zeigt dem Betrachter wie und wodurch sich Kunstschaffen generiert und offenbart einen Ort der meistens durch das Bedürfnis nach Privatheit geschlossen ist.

 

 

Korinna Lindinger untersucht in ihrer Installation die süße Arbeitswelt der Kunst: „Kunst ist Leidenschaft. Kunst ist Freiheit. Kunst ist Selbstzweck. Und: Kunst ist Arbeit. Die Produktionsmodalitäten sind diffus.“ Die Künstlerin öffnet daher ihre Backstube und kredenzt Torten, deren Rezepte von Atelierkosten, Haushaltsgrößen und Arbeitsplatzzufriedenheit berichten. Bei Kaffee und Kuchen kann dann diskutiert werden, was sonst unsichtbar bleibt: Wie lokale Künstler und Künstlerinnen leben und arbeiten. Der kunstraum pro arte wird so zum sozialen Raum, zum Ort der Wissensvermittlung und des Austausches.

KLindinger

 

 

Vernissage am Do 14. Juli um 19:30 Uhr
Zur Ausstellung spricht Martina Berger-Klingler

Veranstaltungen:

Mi 24. und Fr 26. August 2016, 17:00 – 19:00 Uhr
Atelierbesuch bei Csaba Fürjesi Neualmerstraße 37 / Gebäude C, 5400 Hallein

Sa 27. August, 11:00 Uhr

Finissage: Dialogführung durch die Ausstellung

Dauer der Ausstellung: 15. Juli bis 27. August
Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag: 16 – 19 Uhr, Samstag: 10 – 13 Uhr

 

 

„Kunstproduktion heute – Voraussetzungen und Perspektiven“ – Offene Ateliers

mit Daniel Domig & Markus Kircher, Csaba Fürjesi, Korinna Lindinger

Anlässlich der zweihundertjährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich beschäftigt sich der Tennengauer Kunstkreis mit dem Themenkomplex „Kunstproduktion heute – Voraussetzungen und Perspektiven“. In diesem Projekt werden die Arbeitsbedingungen denen zeitgenössische KünstlerInnen heute gegenüberstehen aufgezeigt und kritisch hinterfragt. Der kunstraum pro arte wird für kurze Zeit zum Atelier und Produktionslabor. Die Ergebnisse werden anschließend in einer Ausstellung präsentiert und durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm untermauert.

Der Tennengauer Kunstkreis betreibt seit mehreren Jahren erfolgreich den kunstraum pro arte am Schöndorferplatz in Hallein. Der Verein wurde vor über 30 Jahre von Künstlern gegründet wobei die Aufgabe und das Ziel seit jeher die Förderung von Vernetzung sowie die Ausstellung von Kunst und deren ProduzentInnen darstellt. Durch die Ausstellungs- und Veranstaltungstätigkeit wird eine Verbindung zwischen Kunstschaffenden und Interessierten hergestellt. Der Tennengauer Kunstkreis bietet somit eine Plattform für Kunstproduktion und Diskurs. Was hat sich im Laufe der Jahre an den Arbeitsbedingungen geändert, wie sieht der Weg einzelner mit dem Tennengau in Verbindung stehender KünstlerInnen aus und wie haben sie sich in ihrer künstlerischen Karrieren entwickelt?

Augenscheinlich ist, dass die KünstlerInnen mehr und mehr in die großen Städte abwandern und sich dort immer öfter mit prekären Arbeitssituationen konfrontiert sehen.

In dem von Salzburg 20!6 geförderten Ausstellungsprojekt, das dieses Problem zum Thema macht, stellt der kunstraum pro arte den KünstlerInnen seine Räume für zwei Wochen als Atelier zur Verfügung und holt sie zurück in den Tennengau. Interessierte BesucherInnen haben in der Vorbereitungszeit die Möglichkeit den KünstlerInnen bei der Arbeit über die Schulter zu sehen. Die Resultate werden im Anschluss in einer Ausstellung präsentiert, die wir am Donnerstag den 14. Juli 2016 eröffnen.

 

Offene Ateliers im kunstraum pro arte: 29. Juni bis 09. Juli 2016

VERANSTALTUNGSREIHE: “Einblicke”: Kunstprojekte & Kunstinterventionen

Die Wochen im Mai und Juni stehen ganz im Zeichen spannender Kunstprojekte: Die KünstlerInnen haben hier die Möglichkeit, ihre Projekte in einem kurzen Zeitraum zu präsentieren und durch ihre Interventionen den Raum einzunehmen. Die BesucherInnen erhalten die Möglichkeit, zu partizipieren und aktiv am Prozess teilzunehmen:

 

Schaufensterdekoration mit einem Werk von Manuel  Gruber

Schaufensterdekoration mit einem Werk von Manuel Gruber

 

 

04. – 08. Mai, Theatertage Abtenau: Abtenau ist Bühne: In Kooperation mit dem Theatervestival Abtenau bespielt der Tennengauer Kunstkreis den öffentlichen Raum in Abtenau. Arbeiten von Leonhard Besl, Manuel & Tobias Gruber, Siegfried Gruber, Renate Hausenblas, Barbara Schiestl und Gretl Thuswaldner finden sich in den Schaufenstern der Abtenauer Einzelhändler.

 

 

 

 

 

 

12. bis 14. Mai, “Transforming / Shopping for Identity #2”:  Renate Hausenblas & Luka Leben

Transforming ist eine experimentelle Auseinandersetzung von Renate Hausenblas über Wertvorstellungen und deren Veränderungen im Zuge sozialer Prozesse. Das Publikum darf Veränderungen in der Ausstellung beibringen – durch Zeichnen, Malen, Schneiden oder Collagieren. Die Entwicklung der Objekte und der Projektverlauf wird von der Künstlerin dokumentiert: „Den Spieß umdrehen: Werden Sie zu MuseumsdirektorIn, KuratorIn oder KünstlerIn! Sie, ja Sie, dürfen – oder auch Du, ja Du, kannst – diesmal bestimmen, was zu sehen ist. Und das Beste ist: Jeder darf selbst Hand anlegen und die Bilder nach seinem eigenen Geschmack verändern!“ (Renate Hausenblas) –  Luka Leben beschäftigt sich mit getragenen Kleidungsstücken, der Geschichte dahinter und mit der Wertigkeit, die sich aus dieser Hintergrundinformation ableiten lässt. In einem Bazar-Setting tauscht sie eigene Kunstwerke gegen getragene Kleidungsstücke und zeichnet die biografischen Geschichten dahinter auf. Auf diese Weise transformiert sich die Frage von Gegenständen und ihrem kontextuellen Wert in eine Reflexion über Kunstwerke und ihre Kontexte und schließlich auch über ihre Bepreisung. „Welcher Flohmarkt oder Second-Hand Boutique-Fan hat sich nicht schon einmal in Wunsch- oder Horrorvorstellungen darüber verloren, wer das gerade erstandene Paar Schuhe oder das schicke Sakko vor einem selbst besessen hat? Warum hat sich der Vorbesitzer von dem Kleidungsstück getrennt? Welche geheimen Makel mag es verbergen? Wäre der Vorbesitzer ein potentieller Freund für‘s Leben? Lebt er überhaupt noch? Lächelt er wissend, wenn er mir und seinem Paar Schuhe zufällig über den Weg läuft…?“ (Luka Leben)

"Shopping for Identity #2”

„Shopping for Identity #2”

 

Während Transforming #1 wird durch BesucherInnen eifrig gewerkt. Wunderbare neue Objekte entstehen, werden ausgestellt und abschließend „archiviert“, um in Transforming #2 wieder hervorgeräumt zu werden. Wieder sind die BesucherInnen eingeladen, Veränderungen anzubringen und als „neue Objekte“ im Ausstellungsraum zu präsentieren. „Für mich zeigt das Projekt zum einen, was einem wirklich gefällt, aber es zeigt auch, wie andere damit umgehen. Ich sehe darin ein Abbild unseres Lebensraumes, sehr reduziert, aber nicht weniger aussagekräftig. Das Projekt versteht sich als experimentelle Versuchsanordnung und als Prozess künstlerischer Forschung, der ergebnisoffen ist.“ (Renate Hausenblas)

 

 


 

 

19. bis 21. Mai, “TriTraTraLaLa – Medienkunst zwischen Realitäten”: Robert Praxmarer & Thomas Layer-Wagner

Sprechende Pflanzen oder mit einer Virtual Reality Brille im Mittelmeer zwischen ertrunkenen Flüchtlingen tauchen, die Arbeit regt zum Nachdenken aber auch zum Schmunzeln an. Zwischen Politik, Ästhetik und Humor finden sie mit Technologie neue Ausdrucksformen und Wege, ihre Botschaften geschickt an ein Publikum zu vermitteln. So wird auch das Glitzern eines Diamanten demokratisiert und als Discokugel mittels Laser umfunktioniert, welcher ein buntes Farbspektrum großformatig an die Wände zeichnet. Gemeinsam leiten Robert Praxmarer & Thomas Layer-Wagner die in Hallein ansässige Firma Polycular welche Apps, Computerspiele und interaktive Lösungen/Exponate für Tourismus und Museen entwickeln.

 

David Fisslthaler, Häuserschluchten

David Fisslthaler, Häuserschluchten

6. bis 18. Juni, Creativity Rules: In Kooperation mit der Fachhochschule Salzburg stellt der Tennengauer Kunstkreis den kunstraum pro arte StudentInnen des Studienganges MultiMediaArt zur Präsentation ihrer Abschlussarbeiten zur Verfügung. Das begleitend stattfindende Veranstaltungsprogramm ist in das Creativity Rules Festival eingebettet.
In diesem Jahr zeigen die StudentInnen Arbeiten zu CORTONA ON THE MOVECORTONA ON THE MOVE zählt laut Time-Magzine zu den Top-Ten Festivals für Fotografie weltweit. Gemeinsam mit dem Fotografen Paolo Woods hat eine Gruppe von Studierenden die Stadt in der Toskana besucht, die Ergebnisse sind  im kunstraum pro arte zu sehen.

KUNSTFAHRTEN 2016

Die traditionell um Maria Empfängnis stattfindende, zweite Kunstfahrt des Tennengauer Kunstkreises führt uns wieder ins benachbarte München:

Termin: Samstag, 10.12.2016
Abfahrt: 08:00 Uhr,
Hallein, Pernerinsel, Tourismusverband, Mauttorpromenade

(Zustieg in Anif, Hotel Hubertus um 08:15 Uhr möglich, bitte bei Anmeldung angeben)

Programm:
10:30 Uhr, Haus der Kunst: Postwar: Kunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965

„Postwar…“ untersucht erstmals in der jüngeren Ausstellungsgeschichte die turbulente und ereignisreiche Nachkriegszeit als ein globales Phänomen. In acht Kapiteln führt die Ausstellung den Besucher durch die ersten 20 Jahre nach dem Krieg. Dabei macht sie sichtbar, wie die Kunstschaffenden auf die Traumata von Holocaust, Hiroshima und Nagasaki reagierten; wie die zwei politischen Blöcke im Kalten Krieg die Künste instrumentalisierten und so den Gegensatz von Sozialistischem Realismus und Abstraktion festschrieben. Die Ausstellung zeigt, wie Migrations- und Fluchtbewegungen eine neue Form von Kosmopolitismus hervorbrachten. Diese eingehende, global ausgerichtete Ausstellung zur Kunst der Nachkriegszeit zeigt Malerei, Plastik, Installationen, Collagen, Performances, Filme, Künstlerbücher, Dokumente und Fotografien, insgesamt 350 Werke von 218 Künstlern aus 65 Ländern.

http://postwar.hausderkunst.de/

12:00 Uhr, Mittagspause, zur freien Verfügung

14:00 Uhr, Kunsthalle München: Spaniens Goldene Zeit, Die Ära Velázquez in Malerei und Skulptur

Das Siglo de Oro, Spaniens Goldenes Zeitalter, zählt zu den faszinierendsten Kapiteln der abendländischen Kunstgeschichte. Ausgerechnet als im 17. Jahrhundert das bis dahin mächtigste Land Europas zusehends seine politische Vorherrschaft verlor, erreichte die spanische Kunst ihre größte Blüte. Es war die Ära von Meistern wie El Greco (1541–1614), Diego Velázquez (1599–1660), Francisco de Zurbarán (1598–1664) und Bartolomé Esteban Murillo (1617–1682). Um 1600 war Spanien das mächtigste Land der westlichen Welt. Sein gewaltiges Territorium erstreckte sich über fünf Kontinente. Doch im Laufe des 17. Jahrhunderts setzten Staatsbankrotte, verlorene Kriege und die Pest dem Reich der spanischen Habsburger schwer zu. Trotz dieses Niedergangs florierte die spanische Kunst wie nie zuvor: König und Kirche hatten ein  Bündnis geschlossen und verfolgten als wichtigste Auftraggeber der Künstler gemeinsame Ziele. Sie nutzten Kunstwerke als propagandistische Mittel, um in Zeiten der Krise Macht und Stabilität zu signalisieren. Insgesamt sind rund hundert Meisterwerke internationaler Sammlungen vereint, u.a. aus dem Museo del Prado in Madrid, dem Museo Nacional de Escultura in Valladolid, dem Metropolitan Museum of Art in New York und dem Louvre in Paris.

http://www.kunsthalle-muc.de/ausstellungen/details/spaniensgoldenezeit/

Rückfahrt: ca. 17:00 Uhr

Anmeldung: telefonisch bei Helga Besl 0043 699 11083235 oder per mail: office@kunstraumproarte.com

Kosten pro Person: Regulär € 65,- // Mitglieder TKK € 45,- // Studenten € 35,-

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Unsere erste Kunstfahrt 2016 führte ins benachbarte  Oberösterreich zu einem lokalgeschichtlichen Glanzlicht:

Termin: Donnerstag, 05.05.2016 (Christi Himmelfahrt)

Abfahrt: 08:30 Uhr Hallein, Pernerinsel, Tourismusverband, Mauttorpromenade (Zustieg in Anif, Hotel Hubertus um 8:45 Uhr möglich, bitte bei der Anmeldung angeben)

Programm:

10:30 Uhr, Stift Lambach: Klosterbesichtigung mit Führung:
Das Kloster wurde um 1046 gegründet. Bischof Adalbero von Würzburg wandelte es 1056 in ein Benediktinerkloster um. Beim Bayerneinfall 1233 – Herzog Otto II. von Bayern bricht in das Herrschaftsgebiet der österreichischen Babenberger ein – wurden das Kloster und die Kirche großteils zerstört. Die bestehende Anlage wurde der Hauptsache nach durch die Äbte Placidus Hieber (1640–1678), Severin Blaß (1678–1705) und Maximilian Pagl(1705–1725), auf den viele Erweiterungen (Nordtrakt mit Ambulatorium und Sommerrefektorium) zurückgehen, errichtet. Joseph II hob das Stift 1784 auf. Nach wenigen Jahren erreichte Abt Amand Schickmayr die Wiederherstellung des klösterlichen Lebens. Der Zweite Weltkrieg bedeutete eine weitere Zäsur, denn ab 1941 war eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt in der Anlage untergebracht. Nach dem Krieg kehrte der Konvent zurück. Besonders sehenswert: die ältesten romanischen Fresken im süddeutschen Raum, die Stiftsbibliothek, das Stiftstheater und die Sammlungen.

12:00 Uhr Mittagspause

13:00 bis 18:30 Uhr Besichtigungen zwischen Lambach und Vöcklabruck:
Zeitgenössische Kunst in den sakralen Raum einzubringen ist eine Notwendigkeit um Kirche lebendig zu machen, um zum Nachdenken und zu Diskussionen anzuregen und neue Interpretationen zuzulassen (Ernst Hamberger, Galerist) – Die Fahrt nach Oberösterreich im Jahr 2014, bei der Hubert Nitsch, Diözesankonservator mehrere Sakralräume vorgestellt hat, in denen zeitgenössische Kunst einen Raum fand, hat derart großes Echo hervorgerufen, dass wir nun eine Fortsetzung anbieten:
Auf dem Besichtigungsprogramm stehen voraussichtlich:
– Pfarrzentrum zum hl. Michael in Schwanenstadt – Doppeltüren zum Pfarrzentrum von Josef Linschinger (2014)
– Pfarrkirche in Bachmaning – Altarraum von Barbara Reisinger (2014)
– Expositurkirche Jesus der göttliche Kinderfreund in Bach bei Schwanenstadt – Altarraum von Herbert Friedl (2003)
– Redemptoristenkolleg in Attnang-Puchheim – Kapellenraum Architekt Josef Ullmann und Hubert Nitsch (2005)
– Kapelle der Franziskanerinnen (Mutterhaus) in Vöcklabruck – Altar von Ruedi Arnold (2005)

ca. 19:00 Uhr Rückfahrt

Anmeldung: telefonisch bei Helga Besl 0043 699 11083235 oder per mail: helga.besl@forum-hallein.at Kosten: € 45,- /Person, Studenten € 35,- /Person

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!!

 

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„Erfahrungen“ – Zeitgenössische Zeichnung #2: Renate Egger und Ingrid Schreyer

Nach dem großen Erfolg der Ausstellung zum Thema Zeichnung im Frühjahr 2015 wird die Serie weitergeführt. In der kommenden Ausstellung zeigen wir zwei Künstlerinnen, die ganz unterschiedlich mit den Linien umgehen und sich oft in einem Zwischenbereich bewegen.

Renate Egger zeigt erstmals ihre komplette Serie Things I have learned. Die Serie entwickelt sich seit 2008 und besteht aus Zeichnungen und Collagen auf Papier. Die Titel der Arbeiten sind einerseits als Wortspielerein oder anderseits als kritisches Kommentar zu verstehen und sollen eine Tür in die Welt der Lernerfahrungen öffnen. Things I have learned sind visuelle Statements zu Erfahrungen und Erlebnisse der jeweiligen Entstehungszeit, in denen Fragestellungen, Feststellungen, Ängste und Wunschträume thematisiert werden.

Being Becoming, Zeichnung und Collage auf Papier, 2008

Being Becoming, Zeichnung und Collage auf Papier, 2008

 

 

Ingrid Schreyer beschäftigte sich in den letzten Jahren intensiv mit Naturerfahrungen, dem Unscheinbaren und Verletzlichen in Umwelt und Natur. Sehr feingliedrig und detailreich führt sie den feinen Strich mit einem dünnen Tuschepinsel, der auf den ersten Blick wirkt, als sei er mit dem Bleistift gezeichnet. Aus mehreren Blättern setzt die Künstlerin eindrucksvoll kontinuierlich wachsendes Flechtwerk zusammen. Fast wie  auf einer Fläche aus Kacheln ergibt sich so ein großes Ganzes, aus dem die Strukturen wuchern.

 

"Wurmtext", Tusche/Papier; 42 x 56 cm, 2015

„Wurmtext“, Tusche/Papier; 42 x 56 cm, 2015

 

 

Vernissage am 17. März um 19:30 Uhr im kunstraum pro arte
Zur Ausstellung spricht Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum
Do 07. April, 18:00 Uhr: Künstlergespräch: Peter Husty im Gespräch mit Ingrid Schreyer
Finissage: Sa 30. April, 11:00 Uhr: Dialogführung durch die Ausstellung

Dauer der Ausstellung: 18. März bis 30. April
Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag: 16 – 19 Uhr, Samstag: 10 – 13 Uhr